Archiv der Kategorie: Computer Leistung

PC aufrüsten

Computer und Smartphones verlieren schnell an Wert. Noch heute aktuelle Hardware, gilt morgen wieder als technisch veraltet. Und moderne Software, insbesondere Spiele und Multimedia Anwendungen, aber auch Betriebssysteme stellen immer neue Anforderungen an Ihren Rechner, der im alltäglichen Gebrauch zusätzlich an Leistungsfähigkeit verliert. Doch ist ein Neukauf immer sinnvoll und wann empfiehlt es sich seinen PC aufzurüsten?

Der Arbeitsspeicher, die Festplatte, Grafikkarte und Netzteil, der Prozessor oder das gesamte Motherboard, nahezu jede Hardwarekomponente kann mit wenigen Handgriffen ausgetauscht, bzw. hinzugefügt werden. Ihr PC gewinnt nicht nur wieder deutlich an Geschwindigkeit und Performance, Sie können damit auch bares Geld sparen.

Bei der Entscheidung, ob eine Nachrüstung oder ein Neukauf sinnvoll ist, spielen nicht nur das Alter Ihres Computers, die Bauform (Notebook oder Desktop), sondern auch die bereits verbaute Hardware und die Art der Anforderung eine wichtige Rolle.

PC Arbeitsspeicher aufrüsten

PC aufrüsten, Arbeitsspeicher

Hat Ihr Rechner mit der Zeit deutlich an Power und Reaktionsfähigkeit verloren? Nutzen Sie rechenintensive Programme? Dann empfiehlt es sich den Arbeitsspeicher (RAM) aufzurüsten. Die einzelnen Speichermodule sind nicht teuer und lassen sich unkompliziert in Ihrem Rechner installieren. Sie sind in der Regel direkt auf dem Motherboard aufgesteckt ( Speichersteckplätze, Slots ). Bei einem Notebook finden ist die RAM Module in einem Schacht auf der Geräteunterseite oder auch direkt unterhalb der Tastatur.

Für ein erfolgreiches Upgrade sind die Speicherbauform, die Anzahl der vorhandenen Steckplätze, aber auch der maximal nutzbare Arbeitsspeicher entscheidend. Werfen Sie einen Blick in Ihr Handbuch. Spendieren Sie Ihrem Rechner, wenn möglich mindestens 4 GB – und für aufwendiges Multimedia ( Videoschnitt ) oder Spiele besser 8 GB Arbeitsspeicher.

Den Festplattenspeicher nachrüsten

PC aufrüsten, Festplatte

Eine vollgeschriebene Festplatte macht das System extrem langsam und instabil. In PCs ist der Einbau einer zusätzlichen Festplatte meistens möglich, ansonsten muss der vorhandene Speicher gegen einen größeren ausgetauscht werden. Festplatten sind mit nur wenigen Schrauben im Einschub befestigt. Achten Sie beim Kauf der Festplatte auf den passenden Formfaktor ( Baugröße ). Bei Desktops sind es aktuell 3.5 Zoll ( 10 cm Breite ) und bei Notebooks 2,5 Zoll ( 7 cm Breite ).

Für den Einsatz einer zweiten Festplatte benötigen Sie einen freien Festplatteneinschub, ein freies Anschlusskabel für die Stromzufuhr und einen zusätzlichen SATA-Slot auf Ihrem Mainboard, bzw. bei älteren PCs einen freien IDE-Slot direkt am 40-poligen Kabel.

Bei Notebooks können SSD-Speicher an Stelle des optischen Laufwerks ( CD / DVD ) als zusätzlicher Festplattenspeicher eingebaut werden. Recherchieren bei Interesse nach „HDD Caddy“ ( Adapterrahmen ) und der „Bezeichnung Ihres Notebook Models“.

Ab Windows 7 und einem SATA 3 – Controller können SSD ( Solid-State-Drive ) Festplatten bedenkenlos verbaut werden. Diese sind wesentlich schneller, aber auch teurer und werden deshalb oft in Kombination mit einer herkömmlichen Harddisk verbaut. Um die Geschwindigkeitsvorteile des SSD Speicher optimal auszunutzen, werden das Betriebssystem und die wichtigsten Programme auf den SSD Speicher verschoben. Dabei gilt für die SSD ein Richtwert von mindestens 250 GB Größe. ( Betriebssystem + Upgrades ).

Bei einem Festplattenaustausch müssen das Betriebssystem, die notwendigen Treiber und Programme neu installiert werden, oder mit Hilfe eines Daten-Migration-Tools und einem USB – Festplattenadapter auf die neue Harddisk gespiegelt werden. Eine Neuinstallation des Systems hat den Vorteil, dass temporäre Dateien und sonstiger Datenmüll nicht mit überschrieben werden.

Grafikkarte austauschen

PC aufrüsten, Grafikkarte

Ruckelt Ihre PC Grafik? Für Gaming, HD-Video Bearbeitung und komplexe Grafikprogramme kann der Einbau einer besseren Grafikkarte sichtbar mehr Performance bringen. Auch bei PCs mit integrierter Onboard Grafik sollte es möglich sein eine dedizierte Grafikkarte einzubauen.

Grundvoraussetzung für einen sichtbaren Leistungsschub der Grafikkarte sind aber immer ein entsprechend leistungsstarker Prozessor und genügend Arbeitsspeicher im Hintergrund. Bei Notebooks ist ein Austausch der Grafikkarte nur in sehr selten Fällen möglich.

Klären sie im Vorfeld ab, ob Ihr Netzteil genügend Strom für die neue Grafikkarte bietet. Im Hochbetrieb verbrauchen diese schnell einmal 200 – 300 Watt. Sie sollten über einen freien PCIe – Stromanschluss, bei leistungsstarken Karten auch zwei Anschlüsse verfügen. Sollte Ihr Motherboard noch mit einer PCI, PCI-X oder AGP Schnittstelle ausgestattet sein, ist von einem Austausch der Grafikkarte abzuraten. Dieses Format ist inzwischen veraltet. Moderne Grafikkarten passen in die aktuellen PCIe (PCI-Express) Schnittstellen. PCIe 2.0 / 2.1 und PCIe 3.0 verhalten sich zueinander auf – bzw. abwärtskompatibel.

Achten Sie unbedingt auf die Baugröße Ihrer neuen Grafikkarte. Manchmal sind diese einfach zu groß für Ihr Gehäuse, oder eine Hardwarekomponente, wie der Kühler stehen beim Aufrüsten im Weg.

Über welche Anschlüsse bezüglich des Monitors verfügt Ihre neue Grafikkarte? Die analoge VGA – wurde von den digitalen DVI- bzw. HDMI Schnittstellen abgelöst. Eventuell brauchen Sie entsprechenden Wandler (Adapter) für Ihren Monitor.

PC Netzteil austauschen

PC aufrüsten, Netzteil

Brauchen Sie ein leistungsstärkeres Netzteil, oder ist Ihr Netzteil einfach nur kaputt?

Achten Sie beim Austausch des Netzteiles auf die im Handbuch beschrieben Leistungsdaten. Dabei sind die Spannung ( Volt ) mit der das Netzteil arbeitet, aber auch die Ausgangsleistung ( Watt ) entscheidend. Die Ausgangsleistung muss mindestens die gleiche oder eine höhere sein.

Bei Notebooks ist das Netzteil außerhalb direkt am Stromkabel angeschlossen.

Beim PC lässt sich das Netzteil innerhalb des Gehäuses austauschen. In der Regel passen ATX, bzw. die Micro ATX Netzteile je nach Größe des Boards. Alte Mainboards laufen eventuell mit einem 20-poligen, die aktuellen Mainboards einem 24–poligen Steckanschluss. Dabei kann der 24-polige Stecker ohne weiteres auf einen 20-poligen Anschluss gesteckt werden.

CPU, Grafikkarten, Laufwerke, etc. verfügen über gesonderte Stromanbindungen. Achten Sie darauf, dass das neue Netzteil über entsprechend viele interne Anschlüsse verfügt, so dass Sie alle Komponenten versorgen können. ( z.B. zwei PCIe – Stromanschlüsse für eine leistungsstarke Grafikkarte, oder bei mehrere Festplatten, entsprechend viele SATA – Anschlüsse ). Zu erwähnen sind noch Netzteile, die über ein eigenes Kabelmanagement verfügen. Nicht benötigte Kabelstränge können dann abgesteckt werden.

Prozessor und Motherboard

Der Austausch der CPU ist nur dann sinnvoll, wenn ein wirklich leistungsfähigerer Prozessor auf das alte Motherboard aufgesteckt werden kann. Doch das in der Praxis selten möglich. Sockel und Chipsätze verändern sich mit jeder neuen Prozessor Generation. Meistens tauscht man deshalb das Motherboard samt CPU aus. Mit dem Austausch des Motherboards müssen eventuell auch der Arbeitsspeicher und das Netzteil ausgetauscht werden.

Ein Computer Neukauf kommt dann oft günstiger. Zumal hier Hardwarekomponenten optimal aufeinander abgestimmt sind und der Einbau eines neuen Prozessors, bzw. Mainboards viel Vorbereitung, technisches Geschick, bzw. einen Fachmann erfordern.

32-Bit Switch. Mehr Arbeitsspeicher für Ihre Anwendungen.

Mit einem 32-Bit  Windows Betriebssystem stehen für Anwendungen und Programme maximal 2GB Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der Rest des Speichers ist für den Kernel und das Betriebssystem reserviert. Mit dem 32-Bit Switch können Sie die Einstellungen ändern, so dass maximal 3GB für Ihre Software zur Verfügung stehen.

Nicht mehr als 4 GB ist der maximal adressierbare Speicherbereich der mit 32-Bit langen Adressen verwendet werden kann.  Zieht man die schon im Vorfeld  in den Arbeitsspeicher geladenen Treiber für Erweiterungshardware (USB-Schnittstellen, Grafikkarten, etc.) ab, werden vom Betriebssystem nur noch circa 3,5 Gigabyte freier Speicher erkannt.

Zusätzlicher RAM wird direkt vom Betriebssystem beansprucht. Der maximal nutzbare Speicher für Software und Anwendungen wird vom Betriebssystem zudem noch limitiert. So ist bei einem 32-Bit Windows System der Speicher für ausführbare Programme auf nur 2GB begrenzt. In der Folge sind Speicher intensive Anwendungen, wie Bildbearbeitung oder Videoschnitt, wenn überhaupt, nur noch ausgebremst und mit gedrosselter Leistung möglich.

Mit einem Trick lassen sich bei einem 32-Bit Windows Betriebssystem die für Ihre Programme maximal reservierten 2GB auf 3GB Arbeitsspeicher erweitern.

3GB Switch unter Windows XP aktivieren:
Unter Windows XP muss hierfür die Systemdatei „boot.ini“ angepasst werden. Die Datei liegt im Stammverzeichnis auf der Festplattenpartition Ihres Betriebssystems. Finden Sie die Datei nicht, müssen Sie eventuell die Option „versteckte Dateien anzeigen“ freischalten. Machen Sie unbedingt eine Sicherungskopie der Datei. Heben Sie den Schreibschutz der Datei auf und öffnen Sie die Datei mit einem Texteditor. Fügen Sie direkt an das Ende der Datei “ /3GB /Userva=2900 “ und speichern Sie die Datei ab und starten Sie Ihren Computer neu. Ich empfehle Ihnen hierzu folgende Microsoft Artikel:
Speicherbereich für den Benutzermodus auf einen Wert zwischen 2 GB und 3 GB festlegen und Bearbeiten der Datei Boot.ini in Windows XP.

3GB Switch unter Windows Vista oder Windows 7 zu aktivieren:
Öffnen Sie unter „Start“ -> „alle Programme“ -> „Zubehör“ die „Eingabeaufforderung“ mit der rechten Maustaste im Context mit  „Als Administrator ausführen“. Geben Sie jetzt den Befehl „bcdedit / set IncreaseUserVa 3072“ ein. Um den 3GB Switch zu aktivieren starten Sie den Computer neu.

Mit dem Befehl „bcdedit / deletevalue IncreaseUserVa“ können Sie den 3GB Switch wieder rückgängig machen.

Die beste Lösung: Umstieg auf ein 64-Bit System
Mit dem 3GB Switch lassen sich  letzten Speicher Ressourcen eines  32-Bit Systems  freischaufeln. Vielmehr Arbeitsspeicher dagegen bietet der Umstieg auf ein 64-Bit Betriebssystem. Die notwendigen Hardware Voraussetzungen, einen 64-Bit-Prozessor samt dem dazugehörigen Chipsatz erfüllen oftmals auch schon ältere PC’s. Mehr zum Umstieg auf ein 64-Bit Betriebssystem lesen Sie hier.

Windows 10 – Arbeitsspeicher Komprimierung

In den diversen Foren monieren immer wieder Benutzer eine höhere Systemauslastung  unter Windows 10. CPU und Arbeitsspeicher benötigten mehr Ressourcen als dessen Vorgängerversionen. Mit dem Preview Built 10525  schraubt Microsoft an einem besserem Speichermanagement und beschreibt aber auch die Gründe für die höhere Auslastung. Anstatt nicht benötigte Daten bei knappem RAM  in das Pagefile auf die langsamere Festplattenspeicher auszulagern, werden diese jetzt komprimiert und wenn möglich direkt im Arbeitsspeicher behalten.

Wird der Arbeitsspeicher knapp werden gerade nicht aktive Programme in eine Auslagerungsdatei auf der Festplatte geschrieben. Da die Zugriffszeiten auf die Festplatte wesentlich höher als auf den RAM Speicher sind führt dies oft zu deutlichen Leistungseinbrüchen, die im Extremfall einen Rechner gänzlich einfrieren. Mit der neuen Speicherverwaltung komprimiert Windows nun diese Speicherinhalte und behält diese wenn möglich im Hauptspeicher.  Der Nutzer soll laut Microsoft trotz Komprimierung keine Unterschiede hinsichtlich der Zugriffszeiten nicht komprimierter Daten im RAM Speicher erkennen. Speicherinhalte müssen bei Bearf nicht mehr wie bisher erst von der langsamen Festplatte in den Hauptspeicher geladen werden, sondern dort nur noch extrahiert werden. Damit wäre das System effizenter und leistungsfähiger, insbesondere beim Multitasking mit mehreren Programmen.

Da der komprimierte Teil der Daten im Taskmanager weiter dem jeweiligen Prozess zugeordnet bleibt, klettern hier die Werte der angezeigten Speicherauslastung schnell in die Höhe. Mit der Komprimierung, bzw. Dekomprimierung der Speicherinhalte ist auch eine etwas höhere Prozessorauslastung verbunden.